Hochbegabung. ADHS.

Nicht dein Problem. Dein Betriebssystem.

Manche Köpfe funktionieren anders – nicht schlechter. Hochbegabung und ADHS treten häufig gemeinsam auf, werden oft spät erkannt und noch seltener wirklich verstanden. Ich kenne beides. Aus eigener Erfahrung.

Hochbegabung und ADHS – verwoben, nicht getrennt

Hochbegabung kommt zuerst. Weil sie das Bild so lange verzerrt, bis das System zusammenbricht – und erst dann jemand genauer hinschaut.

Hochbegabte Kinder lernen früh, ihre Defizite zu kompensieren. Sie sind intelligent genug, um Strukturen zu umgehen, die sie überfordern. Sie entwickeln Strategien, die funktionieren – bis sie es nicht mehr tun. Bis der Anforderungsdruck die Kompensationsfähigkeit übersteigt. Erst dann werden die ADHS-Symptome sichtbar. Dann, wenn andere schon längst eine Diagnose haben.

Das Ergebnis: Spätdiagnosen bei Erwachsenen, die jahrzehntelang als „eigenartig“, „unfähig“ oder „nicht ausgeschöpft“ galten – obwohl sie beides gleichzeitig waren: außergewöhnlich begabt und strukturell in einem System gefangen, das nicht für sie gebaut wurde.

Beide Themen gehören deshalb auf diese Seite. Und in jedes Gespräch, das wir führen.

Warum ich – und nicht jemand anderes

Es gibt viele Coaches für ADHS oder Hochbegabung. Die meisten haben eine Ausbildung. Einige haben Erfahrung mit Klienten.

Ich habe Hochbegabung. Und ich habe ADHS – beides spät entdeckt. Beides verwoben.

Ich weiß, wie sich ein Kopf anfühlt, der ständig zu viel verarbeitet und gleichzeitig in Kontexten gefangen ist, die ihn nicht fordern. Wie es ist, in Meetings zu sitzen, drei Gedanken weiter zu sein – und trotzdem nicht wirklich zuhören zu können.

Dieser Umweg war teuer. Er ist auch das, was mir heute erlaubt, echte Gespräche zu führen. Ich habe das nicht im Seminar gelernt. Ich habe es durchgearbeitet – in eigenen Unternehmen, in Linienmandaten bis auf C-Level, in Deutschland, Schweden, Indonesien, Australien. Hochbegabung und ADHS existieren in dieser Biographie nicht trotz der Karriere. Mitten darin.

Ich werde nicht fragen, ob du deine Aufgaben in eine Liste einträgst. Ich werde fragen, was wirklich nicht funktioniert – und warum.

Was das mit Interim­management und Führung zu tun hat

Neurodiversität – konkret ADHS und Hochbegabung – schult eine Wahrnehmung, die kontextsensitiv statt modellgeleitet arbeitet. Wer selbst nie in Standardschubladen gepasst hat, liest Organisationen, Teams und Situationen anders. Er sieht Muster, die anderen entgehen. Er stellt Fragen, die andere nicht stellen, weil die Antwort für sie selbstverständlich scheint.

Das ist der Grund, warum mein häufigster Satz „Das verstehe ich nicht“ kein rhetorisches Mittel ist. Er kommt aus derselben Quelle: einer Wahrnehmung, die nicht vorschnell kategorisiert.

In Interim-Mandaten bedeutet das: Ich übernehme keine vorgefertigte Situationsdiagnose. Ich lese den Kontext, wie er ist. In Trainings und Führungskräfteentwicklung bedeutet das: keine Agenda, keine Modelle, die vorgestellt werden, keine selektive Wahrnehmung durch vorgesetzte Struktur. Die Teilnehmenden sind jederzeit bei sich – nicht beim Modell und nicht bei mir.

Das lernt man nicht im Seminar. Das ist eine andere Art, Wirklichkeit zu verarbeiten. Wer das hat, braucht kein Modell. Wer das nicht hat, wird durch kein Modell ersetzt.

Whitepaper: Neurodiversität in Führung

Was neurodiverse Führungskräfte können, das neurotypische oft nicht sehen – und warum das für Interim-Mandate, Trainings und Führungskräfteentwicklung relevant ist.

Für wen

Für Erwachsene, die ahnen oder wissen, dass ihr Kopf anders funktioniert – und die das noch nicht produktiv machen konnten. Führungskräfte, Selbstständige, Manager, die funktionieren, aber spüren, dass sie dabei mehr Energie verbrauchen als andere.

Wie ich arbeite

Individuelle Begleitung, angepasst an deine Wirklichkeit – nicht an ein Programm, das nicht für dich gebaut wurde. ADHS und Hochbegabung werden gemeinsam betrachtet, weil sie gemeinsam wirken.

Dabei werden wir nicht eine Technik erlernen, sondern anhand des Alltags die Dinge passend einsetzen und erarbeiten.

Was sich ändert

Warum Hochbegabung und ADHS diagnostisch nicht sauber zu trennen sind

Die klinische Forschung spricht von Twice Exceptionality – kurz 2e. Gemeint sind Menschen, die gleichzeitig eine außergewöhnliche Fähigkeit und eine Beeinträchtigung aufweisen. Hochbegabung kombiniert mit ADHS ist der am häufigsten untersuchte Fall dieser Konstellation.

Das diagnostische Problem ist strukturell: Hochbegabung maskiert ADHS. Die kognitive Leistungsfähigkeit erlaubt es, Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Strukturschwäche so lange zu kompensieren, bis die Anforderungen die Kompensationskapazität übersteigen – typischerweise im späten Studium, im ersten Führungsjob oder in der Lebensmitte. Dann bricht das System zusammen, das jahrzehntelang funktioniert hat. Antshel et al. (2011) zeigten, dass hochbegabte Kinder mit ADHS signifikant später diagnostiziert werden als ihre nicht hochbegabten Altersgenossen – nicht weil die Symptome schwächer wären, sondern weil sie überlagert werden.

Umgekehrt gilt das gleiche: ADHS-typische Symptome – Reizoffenheit, Gedankensprünge, Unlust bei repetitiven Aufgaben, intensive Interessenkonzentration – treten bei Hochbegabten auch ohne ADHS auf. Webb et al. (2016) dokumentieren systematisch, wie häufig Hochbegabung als ADHS fehldiagnostiziert wird: nicht weil die Diagnostiker nachlässig sind, sondern weil die Symptombilder auf Basis von Tests, die an neurotypischen Populationsnormen geeicht sind, nicht unterscheidbar erscheinen.

Das neurobiologische Substrat beider Phänomene überschneidet sich zusätzlich: Dopaminwege im präfrontalen Kortex, die für Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeitssteuerung zuständig sind, sind sowohl bei ADHS als auch bei Hochbegabung verändert aktiv – in unterschiedlichen, aber überlappenden Mustern (Karalunas et al., 2014). Die Grenze zwischen „anderem Betriebssystem“ und „klinisch relevantem Symptom“ läuft nicht entlang einer sauberen diagnostischen Linie. Sie läuft entlang der Frage: Wie viel kostet dieser Kopf seinen Träger – und warum?

Ich mache keine Diagnostik und ersetze keine professionelle Abklärung. Was ich tue: den Kontext lesen, in dem jemand steckt – und gemeinsam herausarbeiten, was wirklich nicht funktioniert. Diagnose kann parallel laufen. Sie muss es nicht.

Du musst das nicht noch zehn Jahre tragen.

Ein Gespräch genügt, um herauszufinden, ob ich der Richtige bin.

Hochbegabten-Coaching.

Du passt nicht rein. Das ist kein Fehler.

Hochbegabung ist kein Geschenk, das man auspackt. Sie ist meistens zuerst ein Rätsel – und dann jahrelang ein Problem, das keinen Namen hat. Ich habe das selbst spät verstanden. Zu spät, um es billig zu haben.

Was Hochbegabung im Alltag bedeutet

Schnelle Auffassungsgabe, hohes Kreativitätspotenzial, starkes Interesse an vielen verschiedenen Themen gleichzeitig. Das klingt nach Vorteil. Und ist es auch – wenn man weiß, wie man damit umgeht.

Doch Hochbegabung wird häufig spät erkannt, weil sie nicht ins Raster passt. Weil sie unbequeme Fragen stellt. Weil sie in Tempo und Tiefe über das hinausgeht, was Systeme in der Regel abbilden können. Und weil sie, kombiniert mit ADHS, Jahrzehnte lang aussieht wie Eigenwilligkeit, Unzuverlässigkeit oder verschwendetes Potenzial.

Warum ich – und nicht jemand anderes

Ich habe meine Hochbegabung spät entdeckt. Dieser Umweg war teuer. Er ist auch das, was mir heute erlaubt, mit dir echte Gespräche zu führen.

Hochbegabung braucht keinen Therapeuten. Sie braucht jemanden, der nicht erschrickt.

Für wen

Für Erwachsene, die wissen oder ahnen, dass ihr Kopf anders funktioniert – und die das noch nicht produktiv machen konnten. Führungskräfte und Selbstständige, die in ihrem Bereich brillieren, aber spüren, dass sie dabei mehr Energie verbrauchen als andere. Menschen, die immer das Gefühl hatten, dass da mehr sein müsste – und nicht verstehen, warum es nicht klappt.

Wie ich arbeite

Keine Schablone. Abgestimmt auf das, was bei dir gerade wirklich los ist.

Wir schauen, in welchen Situationen du warum wie reagierst – und was Alternativen dazu wären. Nicht im Seminarraum. Anhand dessen, was gerade wirklich passiert.

Was sich ändert

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Alexander Baruschke

Kontakt

Reden wir.

Ein Erstgespräch ist kein Commitment. Es ist eine Stunde, in der wir herausfinden, ob ich das Richtige für dein Problem bin. Ich rede nicht drum herum. Du auch nicht – sonst wärst du nicht hier.

Vereinbare jetzt einen Termin. Kein Briefing, kein Formular, keine Vorbereitung. Ein Anruf oder eine kurze Nachricht genügt.

Ich bin viel unterwegs – buchstäblich. Wenn ich beim ersten Anruf nicht rangehe: Ruf nochmal an oder schreib kurz. Ich melde mich.